Kritik zum "Aschermittwoch"!

(theologische und philosophische Fragen)
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LX Wyte
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Kritik zum "Aschermittwoch"!

Beitragvon LX Wyte » 02.03.2017, 22:40

Werte Gemeinde,
eine Sache verstehe ich nicht. Ihr Katholiken findet es unredlich, wenn sich ein Junge schminkt, aber wenn ihr ein Kreuz auf die Stirn gemalt bekommt, stört es euch nicht oder was? Da hätte man ja auch am Aschermittwoch zum DM hingehen können, und sich ein Schminkstift gekauft, um sich dann ein Kreuz auf die Stirn malen zu können.

Meine Frage lautet, warum Schminke für einen Jungen unredlich ist, aber ein Kreuz aus Asche auf die Stirn nicht.

Fragend,
LX Wyte

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heisenberg
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Re: Kritik zum "Aschermittwoch"!

Beitragvon heisenberg » 02.03.2017, 22:44

Werter Herr Wyte,
ich denke solange die Schmicke redlich ist (wie das Kreuz) geht es völlig klar.

hinweisend,
Heisenberg

Horatio Lux
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Re: Kritik zum "Aschermittwoch"!

Beitragvon Horatio Lux » 02.03.2017, 23:51

Buben Heisenberg und Weiß,
lesen Sie in katholischen Nachschlagewerken nach:
Die Asche ist nicht ein dekoratives Zeichen, sondern konfrontiert mit dem Sterben:

„Bedenke Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst!“ so spricht es der Priester, wenn er Asche über das Haupt des Gläubigen streut oder mit Asche seine Stirn bezeichnet.

Wer sich Asche aufs Haupt streut, zeigt Bußfertigkeit. So geht der Ritus auf die frühe Kirche zurück. Hier wurden Menschen, die sich schwer vergangen hatten, öffentlich in den Stand der Büßer aufgenommen, mit einem Bußgewand bekleidet und mit Asche bestreut. Gründonnerstag wurden sie wieder in die Gottesdienstgemeinschaft aufgenommen. Diese Form der altchristlichen Buße kam zum Erliegen und wurde durch die Bußpraxis der irischen Kirche, die häufiger zu empfangende Ohrenbeichte ersetzt.

Asche im Gotteshaus zeigt, dass es in der Religion auf Kontraste ankommt. Allerdings war der Karneval auch schon nicht festlich, er hat nicht den erlösten Menschen gefeiert, sondern den Narr, den Dummkopf, der Gott nicht erkennt. In den Masken werden die Laster dargestellt, in den Büttenreden die menschlichen Schwächen aufs Korn genommen.

Der Aschermittwoch steht am Beginn der 40tägigne Fastenzeit, eine Zeit der Umkehr, die das Leben neu im Glauben verankern soll – und konfrontiert den Menschen mit seiner Nichtigkeit. Nichtig ist dabei das menschliche Handeln, dagegen behält das, was aus Liebe getan wird, seinen Wert für die ganze Ewigkeit.
Deshalb:
Bild
Ein löbliches Kind, das seine Sünden bereut!

Bild
Ein atheistisches Kind, das den Satan an "Fasching" feiert und ihn verehrt.

Lux
Der Handel war es, der eigentlich die Welt aus ihrer Barbarei gezogen hat.

Karl Julius Weber
(1767 - 1832), deutscher Jurist, Privatgelehrter und Schriftsteller

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Re: Kritik zum "Aschermittwoch"!

Beitragvon Gunnar Kirsch » 03.03.2017, 21:11

Göre Saalfrank,

nachdem ich nun bereits zweimal Ihr Profilbild löschen musste, zeigt es endlich ein knorkes Zirkustier.

Erfreut

Gunnar Kirsch
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2. JOHANNES 10f

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Re: Kritik zum "Aschermittwoch"!

Beitragvon Schnake » 03.03.2017, 21:15

Lieber Herr Wyte,
ich danke Ihnen für diese Frage. Andererseits hätte Herr Lux wohl nicht die sehr interessante Antwort geschrieben.
Denn das wusste ich gar nicht über Karneval.

Hier kann man wirklich etwas lernen!

Lucky


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